Verband der Ingenieure des Lack- und Farbenfaches e.V.

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4. VILF-Abend Münsterland / Ostwestfalen-Lippe am 09. 06. 2011 bei der CLAAS KGaA mbH in Sassenberg

Der 4. VILF Abend fand im Technologiepark der CLAAS KGaA mbH statt.

Die Claas ist Markführer im Segment der selbstfahrenden Erntemaschinen. Der Einladung folgten ca. 60 Personen aus der Lack- und Rohstoffindustrie.

Der erste Vortrag von Herrn Michael Frank, Henkel AG & Co. KG, beschäftigte sich mit dem „Status der Metallvorbehandlung“. Die bekannten Vorbehandlungsverfahren, wie Eisen- und Zinkphosphatierung sowie neuere Verfahren auf Basis von Zirkonium und Titan wurden vorgestellt und diskutiert. Die Zirkonium-/Titanchemie ist gegenüber der Eisen- und Zinkphosphatierung in der Prozessführung deutlich einfacher. Darüber hinaus kann der Prozess bei deutlich niedrigeren Temperaturen durchgeführt werden. Je nach Anlage können gegenüber dem Zinkphosphatverfahren bis zu 200.000 € pro Jahr eingespart werden.

Der Vortrag von Herrn Burkhard Maier, AkzoNobel GmbH, beschäftigte sich mit „Niedrigtemperatur-Pulverlacken“. Nach einem Überblick der technischen Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Entwicklung von Niedrigtemperatur-Pulverlacken, wurden unterschiedliche Härtungsmechanismen für Pulverlacke vorgestellt. Aus Sicht von Herrn Maier wird es in absehbarer Zeit nicht möglich sein, die technischen Probleme zur Nutzung von Niedrigtemperaturpulvern zu lösen. Er geht davon aus, dass es punktuelle Verbesserung geben wird, aber keinen Durchbruch bei der Lösung der Probleme.

Den Abschlussvortrag von Thomas Kuballa beschäftigte sich mit der interessanten Geschichte und Lackierverfahren bei der CLAAS KGaA mbH. Der erste selbstfahrende Mähdrescher wurde 1953 in den Markt gebracht. Für die Lackierung von Mähdreschern werden bei Claas unterschiedliche Beschichtungstechnologien eingesetzt. Für den Korrosionsschutz werden eine Eisen- und Zinkphosphatierung verwendet. Je nach Werk und Bauteile kommen wässrige Zweikomponenten-EP oder einkomponentige Einbrenngrundierungen zum Einsatz. Um einen optimalen Korrosionsschutz gewährleisten zu können, werden kathodische Tauchlacke verwendet. In der Decklackierung werden hauptsächlich Pulverlacke auf Polyesterbasis zum Einsatz gebraucht. Für bestimmte Bauteile verwendet man als pigmentierte Decklacke wässrige 2K-PUR-Lacke und 2K-PUR-High-Solid Systeme. Für weitere Verfahrensoptimierungen wünscht man sich speziell bei den Pulverlacken eine weitere Herabsenkung der Einbrenntemperaturen. So könnten enorme Energiekosten weiter eingespart werden.

Im Anschluss fand eine zweistündige Werksbesichtigung statt.

Jorge Prieto


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