Verband der Ingenieure des Lack- und Farbenfaches e.V.

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Zusammenfassung des 11. Lacktreff Münsterland/Ostwestfalen-Lippe „MOL“ am 20. März 2014 in Ascheberg-Davensberg

Wie gewohnt veranstaltete die VILF Bezirksgruppe MOL auch ihren 11. Lacktreff im Hotel Restaurant Clemens-August in Ascheberg-Davensberg kurz vor den Toren Münsters. Dieses Mal konnten sich die Gastgeber Jorge Prieto und Thomas Kuballa über nahezu 30 Teilnehmer freuen. Thema des Abends: Farbmesstechnik, Partikel-Charakterisierung und Koloristik von Pigmenten.

Dipl.-Ing. Henrik Folkerts (BYK-Gardner GmbH) präsentierte unter dem Titel „Farb- & Glanz¬messung: Altbewährtes und neue Trends“ wie der visuelle Eindruck einer Oberfläche durch die Farbe als auch die Oberflächenbeschaffenheit (Glanz, Struktur) der Probe beeinflusst wird. Dabei zeigte er, dass zwei Proben mit gleichem Farbton, aber Unterschieden bei Glanz oder Struktur, visuell anders aussehen: Proben mit niedrigerem Glanz erscheinen heller und weniger gesättigt als glänzende Proben. Aus diesem Grund müssen beide Effekte gemessen werden. In der Industrie haben sich dabei zwei Messanordnungen durchgesetzt: 45/0 und Kugelgeometrie. Der Vortrag zeigte die aktuellen Erkenntnisse beim Einsatz der unterschiedlichen Farbmessgeometrien und deren Anwendung an Praxisbeispielen auf. Die Problematik wurde noch einer lebhaften Diskussion unter allen Teilnehmern zum Verständnis unterzogen.

Hans-Achim Brand (PurpurLab GmbH) zeigte in seinem erfahrenen Vortrag die physikalisch-chemischen Zusammenhänge bei Buntpigmenten auf: die verschiedenen koloristischen Eigenschaften wie Farbort, Brillanz, Deckvermögen und Farbortveränderung durch Flokkulation hängen dabei ab von Partikelgrössen, Kristallformen und Oberflächenbelegungen. Anhand vorgelegter Praxisbeispiele von anorganischen Pigmenten (wie Eisenoxidrot) als auch organischen Pigmenten (wie Chinacridonviolett) wurden die Unterschiede immer nachvollziehbar sichtbar mit Musterkarten belegt.

Dipl. Chem. Ing. Hendrik Hustert (Ingenieurbüro Flow2grow) stellte eine neuartige Messmethode vor, die etablierte zeitaufwändige und ungenaue Methoden in Zukunft ersetzen soll. Thema: „Möglichkeiten der Partikel-Charakterisierung mittels der NMR-Technologie“. Dabei kann die NMR-Technologie zur Charakterisierung disperser Systeme eingesetzt werden. Die entsprechenden auf dem Markt erhältlichen Geräte liefern Informationen verschiedener Art: das Acorn Area ist dabei ein Messgerät, um die Fläche disperser Systeme zu messen. Dabei misst die patentierte Technologie das magnetische Verhalten der Teilchen. Partikel in der Nähe von Grenzflächen verhalten sich anders als Partikel, die sich frei im Fluid bewegen. Es ist zum Beispiel geeignet, um die spezifische Oberfläche dispergierter Teilchen quantitativ zu messen. Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Optimierung von Rezeptierungen bezüglich der Dosierung von Additiven. Das Acorn Drop nutzt ebenfalls die NMR-Technologie, um Teilchengrößenverteilungen von Dispersionen unverdünnt präzise zu bestimmen. Gerade auch seine Erläuterungen führten noch zu einigen Nachfragen und einer angeregten Diskussion.

Wir bedanken uns nochmals im Nachhinein bei allen Referenten für ihre interessanten Vorträge.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit in ungezwungener Atmosphäre bei Getränken und einem Imbiss angeregt zu diskutieren. Der Dank gilt den Organisatoren der Veranstaltung und dem professionellen Servic